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Antifa Moskau Infoabend

Ein Genosse aus Moskau berichtet über die dortige Naziszene und den Alltag russischer Antifaschist_innen.
Freitag 4.06.2010 Café Median 20:00 Uhr
zudem Vokü und Cocktailtresen

Mobi-Video für die Dieter-Eich-Gedenkdemo draußen

Am Samstag, den 23.Mai findet im Berliner Ortsteil Pankow-Buch
die Gedenk-Demo für den von Neoanzis ermordeten Dieter Eich statt.

Video

Weitere Infos gibt’s hier:

Ankündigung

Hintergrund

Aufruf

Der 8. Mai: Die Befreiung, die Niederlage und Wir

8. Mai, oder: Wer nicht nachdenkt hat verloren.

Der 8. Mai ist mit seiner Präsenz in Form von Demonstrationen, Texten und Veranstaltungen ein jährlich wiederkehrendes Ereignis in der Linken. Die oftmals fragwürdige mediale Aufbereitung und der unreflektierte öffentliche Umgang mit dieser Thematik sind auch an unserer offenen, linken Jugendgruppe LI*MO nicht spurlos vorbeigegangen. Dabei vermengen sich oftmals altkommunistische Dogmen sowie nationalistische, revisionistische und relativierende Tendenzen bezüglich des Umgangs mit dem Nationalsozialismus, seinem Vernichtungswahn und seinen ursächlichen Bedingungen. Viele Argumentationsmuster und Perspektiven, die auch innerhalb des politisch linken Lagers auf eine breite Zustimmung stoßen, finden wir fragwürdig und anfechtbar. Zudem ist auch die konkrete politische Praxis an einem solchen Tag diskussionswürdig und bedarf einer kritischen Reflexion.
Wir fühlen uns aus diesem Grund dazu angehalten, unseren Standpunkt darzulegen – nicht zuletzt um auch eine Debatte über den Umgang mit der Thematik des 8. Mai sowie der damit verbundenen politischen Praxis in Gang zu setzen. Wir erachten es als durchaus zulässig, auch innerhalb der Linken Kritik zu üben und nicht nur auf einen Diskurs zu verweisen, sondern auch den Umgang mit ihm zu thematisieren.

Wer feiert und wer nicht, und warum?

Bei der Beantwortung dieser Frage ist grundsätzlich davon auszugehen, dass es kein gleiches pauschalisierbares Interesse aller gibt, den Tag in einem bestimmten Licht oder unter einem besonderen Vorwand zu sehen. Zu unterschiedlich sind dabei Ansätze und Perspektiven; Utopien und Ideologien. Nicht alle Welt atmete am 8.Mai 1945 auf und nicht alle Welt hat Grund an unserem 8. Mai zu feiern. Für die tatsächlichen und potentiellen Opfer der nationalsozialistischen Barbarei ist der 8. Mai zweifelsohne der Tag der Befreiung. Der Aspekt, dass alte und neue Nazis an diesem Tag nicht feiern werden, sondern über ihre militärisch bezwungene „Volkgemeinschaft“ trauern werden ist dabei auch klar. Für sie ist dieser Tag verbunden mit der militärischen Niederlage Deutschlands, dem Beginn einer – in ihren Augen – nicht enden wollenden Besatzung und Fremdherrschaft sowie dem Ende des vermeintlich „nationalen und sozialistischen Experiments“.

Und der Rest? – Deutschland halt, was sonst!

Es ist erschreckend, dass der 8. Mai im bundesdeutschen gesellschaftlichen Bewusstsein wenig Beachtung findet: Er ist kein offizieller Feiertag und für die meisten Menschen schlichtweg belanglos. Wenn der Tag dennoch medial aufgegriffen, beleuchtet und bewertet wird, geht es selten um eine wissenschaftliche und reflektierte Betrachtung des Nationalsozialismus. Der Fokus liegt vielmehr auf der Konstruktion von Opfermythen und Schuldabweisungen. Zusätzlich dient er idealerweise zur Herleitung eines positiven deutschen Kollektivbewusstseins in der Gegenwart sowie zur Rechtfertigung der BRD als Bewahrer von Demokratie und Freiheit. Aber auch für einen beachtlichen Teil der sich selbst als politisch links verorteten Gruppen dient der 8. Mai dazu, einen positiven Deutschlandbezug zu etablieren. Damit ist es nicht nur ein Leichtes, Feindbilder und Losungen zu konstruieren, es bedarf auch keiner weiteren Mühe, sich über wirkliche Alternativen den Kopf zu zerbrechen: Der Diskurs ist dann schnell und einfach für alle ins Schema passenden Menschen zugänglich, schließt die Feindbilder von vornherein von einer Teilnahme an ihm aus und beansprucht für sich, die allumfassende Doktrin zu sein. Die Doktrin erklärt die Welt, ordnet, schließt aus, verbietet und schränkt ein: Sie ist nicht nur der Gruppe der sprechenden Individuen unterworfen, sie ordnet vor allem auch die denkenden und sprechenden Individuen sich unter. Dort wo sie allumfassend und universal gilt, gibt es keinen Platz für etwas anderes. Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Darstellung der DDR, welche oftmals als einziger vermeintlich antifaschistischer deutscher Staat angesehen wird, wobei der Aspekt der Schuldfrage oftmals zu pauschal und verkürzt beantwortet bleibt. Damit geht auch eine Relativierung zentraler Elemente des Nationalsozialismus, wie etwa seinem radikal-antisemitischem Charakter, seinem Vernichtungswahn und vor allem seiner Massenbasis einher. Angelehnt an die universalistische Faschismusdefinition Dimitrowsi werden dabei nicht nur sehr fragwürdig die Aspekte von Kapitalismus und Faschismus in einen Topf geworfen und vermengt – es dient im Rahmen einer staatssozialistischen Dogmatik und Doktrin auch zur Aufrechterhaltung von Feindbildern wie „Bonzen“, „Kapital“ und „Die da Oben“. Ein reflektierter Umgang mit der facettenreichen Faschismusthematik ist zwingend notwendig. Dort, wo reflektiertes Denken nicht stattfindet und unerwünscht ist; dort, wo der dogmatisch geführte Diskurs das universalistische Moment der Unterordnung und des Verbots ist, kann unmöglich „links“ sein. Die Rückdrängung und Verhinderung zukünftiger Zivilisationsbrüche erreichen wir nicht, indem wir uns Praxen bedienen und Theorien vertreten, die verkürzt, antisemitisch, sexistisch, nationalistisch, dogmatisch, autoritär und „unanfechtbar“ sind.

Warum wir feiern dürfen und gleichzeitig kämpfen müssen

Für uns ist der 8. Mai der Tag der Befreiung von der barbarischen Vernichtungsindustrie des nationalsozialistischen Deutschlands. Da wir uns als antifaschistisch und links verorten, wären wir nicht nur Opfer der damaligen Vernichtungsideologie geworden, sondern sind auch potenzielle Opfer eines möglichen zukünftigen Zivilisationsbruches. Wir betrachten den 8. Mai nicht als Anlass, einen endgültigen Sieg über Faschismus und die damit einhergehende Barbarei zu feiern, da die Ideologie des Nationalsozialismus bis heute nicht besiegt ist. Aus diesem Grund begreifen wir unseren Tag der Befreiung gleichzeitig auch als Kampftag aller Antifaschist_Innen. Der 8. Mai ist ein Tag, welcher zu feiern ist, uns aber gleichzeitig auch an die Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes erinnert. Er ruft uns die Folgen von blindem obrigkeitsstaatlichen Denken, Rassismus, Sexismus, modernem Antisemitismus und verkürztem Antikapitalismus direkt und unmittelbar ins Bewusstsein. Er erinnert uns nicht nur an den Sturz in die Barbarei und an ihre Folgen, sondern vor allem auch an ihre militärische Bezwingung und daran, dass sie längst noch nicht bezwungen ist.

LI*MO, April 2010

Der Infoladen „Flüstern und Schreien“ öffnet wieder seine Türen.

Nach Monaten des Umbaus wird der Infoladen „Flüstern und Schreien“ morgen, am 10.10.09 ,wieder eröffnet. Dort könnt ihr euch mit dem antifaschistischen Infoblatt, dem Rechten Rand, der Phase 2 und vielen anderen politischen Zeitschriften und Flyern über das neueste Zeitgeschehen, Demos, Hilfen im Umgang mit Faschos und anderen wichtigen Themen auseinander setzen und informieren.
Auch T-Shirts werden wieder angeboten, ebenso wie DVDs,CDs, Buttons, Aufkleber, Aufnäher u.v.m.
Also kommt morgen alle zahlreich in die Niklotstraße 6, wenn ab 20 Uhr der Infoladen „Flüstern und Schreien“ seine Tore wieder für euch öffnet.

Bevor wir es vergessen: natürlich wird auch wieder ein Soli-Tresen mit leckeren Cocktails für euch bereit stehen.

In unseren Gedanken sind wir bei dir! – Nazis aus dem Viertel jagen! ERGÄNZT

18.7. demo B

Indy zur Demo in Berlin

Indy zur Rostocker Sponti

Ergänzung:

Auf indy wird sich einmal kritisch mit der … nunja, Berichterstattung der OZ, NNN usw. bezüglich der Ereignisse vom Montag auseinandergesetzt.

Und am I special? bringt die Gefühle angesichts des Geschmieres, anders kann mensch es wirklich nicht nennen, auf den Punkt.

Das Ende des Extremismus

Eine Veranstaltung der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX)

Freitag 10. Juli um 19.30 Uhr im Café Median

Der Ankündigungstext der Kampagne: via

Die Initiative gegen jeden Extremismusbegriff ruft das Ende des Extremismus aus. Unser sperriger Name ist dabei Programm. Nicht die Angst, in die Schmuddelecke »linksextrem« gestellt zu werden, treibt uns an. Uns geht es darum, den Extremismusbegriff in der wissenschaftlichen und in der politischen Praxis ganz über Bord zu werfen.

Die Extremismusformel behauptet, es gebe eine demokratische Mitte der Gesellschaft, die durch rechte und linke ExtremistInnen gleichermaßen bedroht sei. Damit setzt der Extremismusbegriff linke Gesellschaftskritik und antifaschistischen Widerstand mit dem Denken und Handeln von Nazis gleich, jenseits aller inhaltlichen Kriterien. In der Praxis führt das immer wieder zu einer Kriminalisierung antifaschistischen Engagements sowie linker Politik- und Kulturprojekte. Eine solche »Mitte – Rand« und »Rechts gleich Links« Aufteilung verharmlost nicht nur das Naziproblem. Sie verhindert die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Elementen der Naziideologie, also auch die Auseinandersetzung mit rassistischen, antisemitischen, sexistischen und autoritätshörigen Einstellungen, die sich durch alle Bevölkerungsschichten ziehen.

Obwohl die Extremismusformel empirisch widerlegt ist, hat sich der Begriff politisch durchgesetzt. Nicht nur Verfassungsschutz und CDU-PolitikerInnen dient er als Erklärungsmodell und Handlungsanleitung. Mit jedem Beitrag über »politisch motivierte Jugendgewalt«, mit fast jeder Veröffentlichung zu Rassismus, Antisemitismus und anderen Elementen nationalsozialistischer Ideologie wird er aufs Neue kolportiert. Er ist die Grundlage der bundesdeutschen Förderprogramme gegen Nazis. Mit ihm werden Volksfeste, Fußballturniere und Lampionumzüge gegen Gewalt ausstaffiert. Die meisten ProtagonistInnen der Zivilgesellschaft sind »Gegen Extremismus und Gewalt« und die Begriffe »Rechts- und Linksextremismus« werden von der wissenschaftlichen Forschung bis hin zu antifaschistischen Gruppen ganz unkritisch verwendet.

Das haben wir als INEX im Frühjahr 2008 mit einem Offenen Brief thematisiert. Unser Aufruf zur kritischen Teilnahme an einer Veranstaltung von Eckhard Jesse, einem Apologeten der Extremismusformel, war sehr erfolgreich. Eckhard Jesse blamierte sich vor dem versammelten kritischen Publikum. Daraufhin wurde die Extremismusformel am Beispiel von INEX selbst exerziert. Ganz in der Logik des Begriffs suchten die VeranstalterInnen und die mediale Öffentlichkeit keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit unserer Position, stattdessen wurde INEX der Extremismusstempel aufgedrückt.

Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir unsere Position darbieten und zur Diskussion stellen. Außerdem werden wir theoretische Konzepte beleuchten, auf denen die Extremismusthese basiert und deren praktische Auswirkungen an den Beispielen Medienöffentlichkeit und staatliche (Straf)Verfolgung erläutern.

inex.blogsport.de

Termine, Termine, Termine

Mal wieder ein paar Veranstaltungen:

Am Freitag, 19.6. gibts einen Vortrag „Grauzone – unpolitisch oder doch nur Nazischeiss?“ zu Grauzonenbands der Oi!- und Punkszene. Na wenns in Rostock da mal keine Zielgruppe gibt….
Los gehts um 19.30 Uhr und danach gibts Solitresen mit Cocktails für die Antifaarbeit.
Mehr Infos zum Thema klick mich

Und am Samstag den 4.7. wird es einen Vortrag zu NS-Hardcore (NSHC) geben.
Dort versuchen – und schaffen streckenweise leider auch – Nazis eine Subkultur und Musikrichtung zu unterwandern, die sich aus dem Punk entwickelte und ursprünglich eher „links“ war, sich eindeutig antirassistisch positionierte und unzählige HC- und Punkbands beeinflusste.
Einen beispielhaften Ausdruck dessen geben die jüngsten Vorkommnisse; der Neonazi Timo Schubert lies sich den „Namen“ „hardcore“ markenrechtlich schützen. Das bedeutet, dass jeder Versand, jeder Laden der zukünftig z.B. Klamotten mit dem hardcore-Schriftzug ohne Schuberts Erlaubnis verkauft, von ihm juristisch belangt werden kann.
Das Widerspruchsverfahren läuft zur Zeit noch, das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.
Der gleiche Timo Schubert ist übrigens auch Inhaber der Markenrechte am Logo der Naziband Nahkampf und von Kategorie C. Womit wir wieder bei der Diskussion „KC und unpolitisch“ wären.
Zum NSHC-Thema gehts hier

Demo am Samstag in Bad Doberan!

dbr-demo

Am 6.6. ruft die Antifa Bad Doberan landesweit zu einer Demonstration gegen Nazistrukturen auf. Hintergrund sind die am folgenden Tag stattfindenen Kommunalwahlen, bei denen sich auch im Landkreis DBR die NPD anschickt ins Kommunalparlament einzuziehen.
Nach der Demo findet in Bad Doberan ein Konzert mit u.a. Kein Plan und Total Panic Reaction statt.

17. Juni – Bildungsstreik 2009

bil-streik 09

Auch 2009 ruft die Kampagne wieder zu einem bundesweiten Bildungsstreik der Studierenden und der SchülerInnen auf.
Hauptprotestpunkte sind u.a. die im „Bologna-Prozess“ festgeschrieben Ziele zur Straffung des Studiums, was mit verschärfter Repression und Druck auf die Studierenden einhergeht, und der wachsende Einfluss der Wirtschaft auf das Bildungswesen.

Ilja-Ehrenburg-Straße erneut geschändet

Am Donnerstag den 28. Mai wurde die im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel gelegene Ilja-Ehrenburg-Straße offenbar erneut von Rostocker Neonazis geschändet. Dabei wurden – altbekannt – Straßenschilder in Rudolf-Heß-Straße umbenannt und teilweise mit roter Sprühfarbe übersprüht.

Ilja Ehrenburg (1891 – 1967) war ein sowjetischer Schriftsteller, Publizist und Journalist jüdischer Herkunft. Zusammen mit Wassili Großmann gab er nach dem 2. Weltkrieg das „Schwarzbuch über den Genozid an den sowjetischen Juden“ heraus, die erste Dokumentation der Shoa. Während des Krieges schrieb er zahlreiche Artikel, vor allem für sowjetische Soldatenzeitungen, aber auch für andere alliierte Presseorgane.
Ilja Ehrenburg ist und war nach seinem Tod immer wieder Angriffen von Neonazis und GeschichtsrevisionistInnen aber auch Personen aus konservativen Kreisen ausgesetzt. So leugnete Rudi Pawelka (CDU) im Herbst 2007 die Verantwortung der deutschen Wehrmacht an den Vertreibungen der deutschen Bevölkerung in den Ostgebieten indem er sagte, es sei eine „Tatsache, dass es die Hetzschriften des russischen Schriftstellers Ilja Ehrenburg waren, […] die zu den großen Verbrechen aufstachelten […] und nicht etwa das vorangegangene Tun der Deutschen Wehrmacht im Osten.“ [Vgl. hierzu Artikel der A3 vom 13.10.2007]

In Rostock gab es aus dem rechtsradikalen und konservativen Spektrum schon desöfteren offizielle Versuche die Ilja-Ehrenburg-Straße umzubenennen, zuletzt im Jahr 2007.

Bei der jüngsten Aktion in Toitenwinkel wurden auch Häuserwände mit dem Schriftzug „nsrostock.de“ verunstaltet. Dies lässt darauf schließen, dass die „Nationalen Sozialisten Rostock“ (NSR) für die Übergriffe verantwortlich zeichnen, zudem dokumentieren sie auf ihrer Website Fotos der Verunstaltungen und einen kurzen Bericht. Demnach klärten sie die AnwohnerInnen in Flugblättern auch über die „Person Ilja Ehrenburg und seine antideutsche Hetze“ auf.

Wir sind der Meinung, dass GeschichtsrevisionistInnen und Neonazis auf keinen Fall und nirgendwo zu tolerieren sind und fordern dazu auf, dass Andenken an Ilja Ehrenburg und seine Leistungen im kollektiven Bewusstsein zu halten!

Die Ilja-Ehrenburg-Straße bleibt!